DSL ohne Telefonanschluss möglich?

Obwohl die meisten DSL-Anbieter die Telefonie in ihren Komplettpaketen mit anbieten, gibt es auch einige, die eine DSL-Verbindung ohne Telefonanschluss offerieren. Die Angebote sind grundsätzlich preiswerter, beziehungsweise gibt es entsprechende Boni.

Eine weitere durchaus zukunftsträchtige Methode ohne Telefonschluss auszukommen, ist die Installation eines DSL-Anschlusses über Ihren TV-Kabelanschluss. Hiermit können Sie alle Vorteile eines herkömmlichen DSL-Anschlusses genauso, ohne Probleme, wahrnehmen. Die ist bereits in vielen Großstädten, in Ballungsräumen aber auch teilweise auf dem Land möglich. Sie benötigen hierzu lediglich eine Multimediasteckdose statt Ihrer bisherigen Anschlussdose. Die DSL-Kabelanbindung hat den Vorteil, dass hier auf einem breiten Frequenzband sehr hohe Geschwindigkeiten erreicht werden. Ein Telefonanschluss wird nicht mehr benötigt.

Der Anschluss über einen der der Kabelanbieter liegt im mittleren bis oberen Preissegment. Die vier großen Anbieter in Deutschland sind Kabel Deutschland, das sich mit Telekolumbus, großflächig, auch in Teilen Ostdeutschlands, die Versorgung teilt, in Nordrhein-Westfalen und Hessen Unitymedia, in Baden-Württemberg Kabel BW.

Eine weitere Möglichkeit, ohne Telefonanschluss zu surfen, sind die heute vielfach angebotenen Surf-Sticks, die jedoch zumeist keine für Multimediaanwendungen genügende Datenübertragungsrate aufweisen. Diese Geräte sind mehr für die mobile Internetnutzung gedacht.

Die Anbieter installieren einen Telefonanschluss bei Neuanmeldung meist kostenlos, beziehungsweise ist der Preis in der Einrichtungsgebühr enthalten. Telefone werden vom Provider zur Verfügung gestellt oder sind auch preisgünstig in Supermärkten und dem Einzelhandel, auch im Internet zu bekommen.

DSL zu langsam, was tun?

Besitzen Sie einen Computer einer älteren Generation, kann es durchaus an der Hardware Ihres PCs liegen. Die Prozessoren haben nicht genügend Kapazität. Welche Geschwindigkeit haben Sie bei Ihrem Provider gebucht? Moderne Anwendungen benötigen heute eine Datenübertragungsrate die mindestens 2000 kb/s betragen sollte.

In der Regel ist es jedoch so, dass Virenbefall oder ganz einfach das schrittweise Vermüllen des Computers zu immer geringerer Leistung führt. Führen Sie ein Virenschutzprogramm durch. Diese Programme finden Sie als Shareware oder vollkommen umsonst (Freeware) zu vielfach im Internet. Doch Vorsicht! Es gibt auch Programme, die Ihnen eine Menge an Fehlern oder Virenbefall in Ihrem Computern melden, um Sie dazu zu bewegen, die entsprechende Software zu kaufen oder zu buchen.

Löschen Sie die temporären Dateien. Das sind teilweise Anwendungen, die im Hintergrund Ihres Gerätes laufen, ohne dass Sie sie offensichtlich bemerken, oft sind sie auch unter den Startprogrammen zu finden.

Über die Systemsteuerung können diese unerwünschten Anwendungen meistens erkannt werden. Laufen zu viele Prozesse gleichzeitig, wird der Computer erheblich langsamer. Haben Sie vielleicht Ihre vertraglich festgesetzte Datenmenge überschritten und der Provider hat die Geschwindigkeit temporär heruntergesetzt? Lesen Sie genau das Kleingedruckte in Ihrem Vertrag. Eine weitere Möglichkeit sind zeitlich begrenzte Probleme des Providers bei der Datenübertragung. Im Internet finden Sie auf vielen Seiten Tools (Werkzeuge) mit denen Sie Ihre tatsächliche Datenübertragungsrate und, wichtig für Gamer, die Pingrate überprüfen können. Auch Tools, die eine Fehleranalyse Ihres Systems durchführen, finden Sie unter den entsprechenden Stichwörtern in einer Suchmaschine.

Welche technischen Voraussetzungen gibt es?

Die technischen Voraussetzungen für einen DSL-Anschluss sind abhängig von der DSL-Infrastruktur Ihrer Wohngegend. Grundsätzlich ist nicht einmal ein Telefonanschluss nötig, alle notwendigen Voraussetzungen für Ihre DSL- und Telefonieflatrate schafft der Provider.

Was Sie bei sich zuhause installieren müssen, ist ein Router, der an eine bestehende Telefonleitung angeschlossen wird. Ist kein Telefonanschluss vorhanden, wird der Provider diesen installieren. Dies ist in der Regel mit Gebühren verbunden, genauso wie die Installation von Router und eventuell Splitter sowie der Software auf Ihrem Computer. Dieser Service, also die Installation von Soft- und Hardware, ist jedoch in der Regel nicht notwendig, da die Handgriffe wirklich einfach sind. Bei der Telekom benötigen Sie zusätzlich einen „Splitter“, neben der normalen Telefonsteckdose. Die Art Ihres Anschlusses bestimmt die Geschwindigkeit, mit der Sie im Netz arbeiten können.

Die höchste Übertragungsrate bieten heute die Glasfaserkabel, die jedoch immer noch nur in Großstädten und entsprechenden Ballungsräumen angeboten wird. Die Telekom versorgt viele Kunden in ländlichen Gebieten lediglich über Schmalbandleitungen, die eine höhere Leistung bei der Datenübertragung nicht möglich machen. Die Unterversorgung ländlicher Gegenden liegt daran, dass für eine Breitbandverbindung, aufgrund der größeren Frequenzbreite des Bandes, eine Modulation des Signals schon nach wenigen Kilometern notwendig wird. Die Ortsvermittlungsstellen, die das übernehmen, fehlen hier. Signale, die über ein schmales Band übertragen werden, lassen sich verlustfrei wesentlich weiter senden.

Auch entsprechende DSL-fähige Leitungen sind oft nicht verfügbar. Gerade bei DSL-Discountanbietern stellen die eigentlichen Provider, von denen das Discountanbieterunternehmen die Datenkontingente kauft, oft keine hohen Geschwindigkeiten zur Verfügung. Natürlich hat auch Ihr Computer Einfluss auf die Geschwindigkeit. Je besser die Hardware, die Prozessoren, desto schneller Ihr PC.

Was tun mit dem DSL beim Umzug?

Die Umzugsmodalitäten mit einem DSL-Anschluss sind von Anbieter zu Anbieter verschieden. Auf alle Fälle ist es wichtig, zu wissen, ob es für den speziellen Anbieter notwendig ist, einen Telefonanschluss von der Telekom zu nützen.

Ist dies der Fall, muss man laut Vertragsregelung auch am neuen Wohnort einen Telekom Anschluss für den Provider anbieten. Dies gilt auch für Verträge, bei denen nur der sogenannte „letzte Meter“ von der Telekom benützt wird, auch wenn der Provider diesen zur Verfügung stellt.

Bei einem Umzug ins Ausland haben Sie das Recht einer außerordentlichen Kündigung. Die Preise für einen Umzug sind ebenfalls von Provider zu Provider verschieden. Ein Großteil der Anbieter berechnet Kosten, die von 20.- Euro bis zu über 50.- Euro gehen. Eine Rufnummernmitnahme ist nur möglich, wenn Ihr neuer Wohnort innerhalb desselben Vorwahlgebietes liegt, wie der Alte. Auch hierfür müssen größtenteils Gebühren bezahlt werden. Kann der alte Anbieter am neuen Ort keinen DSL-Anschluss bereitstellen, können Sie den Vertrag kündigen.

Grundsätzlich sollte man sich sehr frühzeitig um den DSL-Umzug kümmern. Bei manchen Anbietern beginnt mit dem Umzug auch eine neue, in der Regel 24-monatige Mindestvertragslaufzeit. Bei anderen wird die angefangene Laufzeit weiter geführt.
Eine weitere Möglichkeit ist die Übernahme des bestehenden Vertrages durch den Nachmieter. Dies wird in der Regel von den Providern akzeptiert.

Der DSL-Provider wickelt die Umzugsmodalitäten, also Kündigung, Rufnummernmitnahme etc. im Allgemeinen ohne Ihr weiteres Zutun ab. Nur wenn DSL-Anschluss und Telefonleitung von verschiedenen Anbietern zur Verfügung gestellt werden, kann es sein, dass Sie selber kündigen müssen.

DSL bei Haustürgeschäften abschließen?

Von Haustürgeschäften jeder Art ist grundsätzlich abzuraten. Sie sind jedoch durch ein 14-tägiges Widerspruchsrecht geschützt. Das gilt ebenso für Vertragsabschlüsse am Telefon, an Promotionständen oder bei einer Kaffeefahrt. Seien Sie, gerade bei diesen Geschäften, so schlau und unterschreiben Sie generell nichts. Geben Sie grundsätzlich Ihre Kontonummer nicht bekannt. Es ist gängiges Handling bei am Telefon oder an der Haustür abgeschlossenen Verträgen, die Sie durch Ihre Unterschrift bestätigt haben, die Vertragsunterlagen erst nach Ablauf der Widerspruchsfrist zuzusenden.

Sollten Sie unterschrieben haben, obwohl Ihnen vielleicht gar nicht bewusst war, was Sie unterschreiben, sind Sie dann vertragsrechtlich gebunden. Einzig der Weg zum Anwalt oder der Versuch zu einer einvernehmlichen Lösung mit dem Provider auf Kulanzweg zu kommen, können eventuell helfen.

Grundsätzlich müssen Sie vor Abschluss eines Vertrages über Ihre Rechte und Pflichten ausführlich informiert werden, also auch über die Möglichkeit innerhalb von vierzehn Tagen von dem durch Ihre Unterschrift bestätigten Vertrag zurückzutreten. Im Einzelfall jedoch nachzuweisen, dass diese Belehrung nicht stattgefunden hat, dürfte aber sehr schwer sein. Hier stünde Ihre Aussage gegen die des Vertreters.

Sie können versuchen, den Tatbestand einer arglistigen Täuschung anzuführen, doch hier beginnt eigentlich bereits die Arbeit einer Rechtsschutzversicherung.

Wenn Sie Ihre Kündigung einreichen möchten, sollten Sie das niemals telefonisch tun, der Postweg ist der Richtige. Manche Anbieter bieten die Möglichkeit über ein Online-Tool zu kündigen, hier ist dann meistens noch eine telefonische Bestätigung nötig. Möchten Sie per Fax kündigen, sollten Sie unbedingt die Sendebestätigungsfunktion eingeschaltet haben. Doch nicht alle Anbieter akzeptieren eine Kündigung per Fax.

Wie kann ich kündigen?

Die allermeisten Anbieter bestehen auf einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten. In dieser Zeit ist es Ihnen nicht möglich, den Vertrag zu kündigen oder den Anbieter zu wechseln. Will heißen, Sie müssen den vertraglich vereinbarten, monatlichen Preis auf alle Fälle weiter zahlen, auch wenn Sie bei einem anderen Anbieter einen vielleicht günstigeren Vertrag abschließen.

Ein Umzug innerhalb Deutschlands ist normalerweise kein Argument für eine frühzeitige Beendung des Vertragsverhältnisses, da der Provider in den allermeisten Fällen auch an ihrem neuen Wohnort zur Verfügung steht. Versuchen kostet nichts – sollte die Verbindung durch den bisherigen Provider nicht mehr Ihren Wünschen entsprechen, können Sie probieren mit dem Anbieter zu verhandeln.

Gründe für eine Kündigung des Vertrages außerhalb der vereinbarten Fristen sind vom Gesetzgeber in sehr engem Rahmen gehalten. Triftige Gründe sind auf all Fälle der Umzug ins Ausland, die Kündigung eines Vertrages durch Angehörige im Todesfall oder eine Privatinsolvenz. Außerdem ist es möglich den Vertrag zu kündigen, wenn zugesagte Optionen, nach einer schriftlichen Abmahnung und einer genügenden Frist durch den Provider nicht erfüllt werden.

Bei Vertragsabschlüssen am Telefon, bei Kaffeefahrten oder Haustürgeschäften haben Sie grundsätzlich eine zweiwöchige Möglichkeit zur Kündigung. Doch Vorsicht! Vertragsunterlagen etc. erhalten Sie meistens erst, wenn diese Frist abgelaufen ist. Auch buchen manche Seller die Vertragsgebühren oft schon nach sehr kurzer Zeit vom Konto. Das Geld zurück zu bekommen ist dann sehr schwierig. Informieren Sie sich besser in aller Ruhe im Internet.

FAQ

Was heißt DSL eigentlich?
DSL – Digital Subscriber Line, das steht englisch für digitaler Teilnehmeranschluss.

Wie funktioniert DSL?
DSL ist ganz einfach die technische Möglichkeit auf ein breiteres Frequenzband bei der Datenübertragung zuzugreifen. Da das Signal in dieser Form nicht so weit übertragbar ist, wie Signale auf einem schmäleren Frequenzband, ist es nötig, dass in etlichen Kilometern Entfernung eine Ortsvermittlungsstelle installiert ist, die das Signal moduliert und dann in das Backbone (die Netzwerkstruktur) des Anbieters weiterleitet.

Kann jeder DSL benutzen?
Grundsätzlich ja. Leider ist in vielen ländlichen Gegenden die technische Möglichkeit zum Einsatz von DSL nicht vorhanden. Die Provider konzentrieren sich auf Großstädte und Ballungsräume.

Gibt es Alternativen?
Sie können DSL auch über eine Multimediasteckdose Ihres Kabelanschlusses betreiben. Die Geschwindigkeitsraten sind hier oft noch höher als bei einem herkömmlichen Breitbandanschluss.

Muss ich DSL buchen?
Es gibt noch Anbieter, die einen Internetzugang ohne DSL anbieten, beziehungsweise anbieten müssen. Die heutige Generation von Computern und Computeranwendungen macht DSL aber eigentlich zum Standard. Filmstreaming, Internettelefonie, das Herauf- und Herunterladen größerer Datenmengen ist ohne DSL kaum möglich. Auch wenn man ohne DSL up- und downloaden kann, es verläuft langsam.

Gibt es verschiedene Arten von DSL?
Die Provider bieten verschieden Datenübertragungsraten an, das geht von 1000 kb/s bis zu 500 000 kb/s. In der Regel genügt eine Datenübertragungsrate von etwa 2000 kb/s. Je schneller jedoch der Zugang, desto schneller Seitenaufbau, Up- und Download. Für sehr datenlastige Anwendungen, wie Filme, Audiodateien und Internettelefonie gilt grundsätzlich: je schneller der Anschluss desto besser das Ergebnis.